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Rumänien erfolgreich bearbeiten

23.07.2014 | id:4582618

Rumänien hat sich nach der Krise besser entwickelt als andere osteuropäische Märkte. Deutschland ist mit Abstand Lieferland Nr. 1 und konnte seine Position in den letzten Jahren sogar ausbauen. Beim Erfa „Rumänien erfolgreich bearbeiten“ am 1. Juli zeigten sich die 20 Teilnehmer optimistisch: Der Investitionsbedarf bei Maschinen und Anlagen bleibt hoch, die expandierende Automobil- und Kfz-Teileindustrie sorgt für Aufträge im Bereich Werkzeugmaschinen und Metallbearbeitung, weitere Absatzmöglichkeiten eröffnen konkrete Vorhaben im Infrastrukturbereich, in der Umwelttechnik und im Energiebereich.

Als Produktionsstandort ist Rumänien attraktiv: Das Lohnniveau liegt immer noch weit unter dem EU-Durchschnitt. Teilnehmer, die vor Ort produzieren, klagten beim Erfa aber über die Schwierigkeit, gut ausgebildete und selbständig arbeitende Fachkräfte zu finden. Die Ausbildung in Rumänien gilt als problematisch, das Bildungssystem ist chronisch unterfinanziert. Als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel werden die Unternehmen zunehmend selbst aktiv. So auch die WITTENSTEIN AG, Hersteller von Antriebssystemen, die seit 2008 mit einer Produktionsniederlassung in Sura Mica (bei Sibiu) und mittlerweile 40 Mitarbeitern vor Ort ist. Andreas Faulhaber und Markus Rothenfels, ehemaliger und derzeitiger Geschäftsführer der WITTENSTEIN SRL zeigten sich sehr zufrieden mit der Entwicklung der Niederlassung. Das Werk ist in den letzten Jahren schnell gewachsen – und soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. In den kommenden Jahren soll die Produktionsstätte Platz für bis zu 400 Mitarbeiter bieten. Weiterhin großen Handlungsbedarf sehen die Unternehmen in den Bereichen Infrastruktur, Korruption und Rechtssicherheit sowie den Zugang zu Fördermitteln. Diese Schwächen des rumänischen Marktes kennt auch Martin Rill, Leiter des rumänischen Verbindungsbüros der L-Bank. Durch die Begleitung zahlreicher baden-württembergischer Investoren sind ihm die wichtigsten Standortkriterien gut bekannt: Neben der Kundennähe zählt vor allem die Kombination aus Arbeitskosten, Qualifikation und Produktivität.

Bildquelle : Krauss-Maffei

Engels, Astrid
Engels, Astrid
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