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Arbeit in Industrie 4.0

20.05.2015 | id:8196460

Andrea Veerkamp-Walz vertrat das Forum Industrie 4.0 des VDMA und berichtete aus der Workshoparbeit des zentralen Arbeitskreises Personal. Eine zunehmend digitalisierte Art zu produzieren könne zu einer “Polarisierung“ der Arbeit führen, so Veerkamp-Walz. Einerseits werde es weiterhin Routinetätigkeiten auf dem Shop-Floor geben, wie die reine Ausführung und Überwachung von Prozessen oder das Schließen von Automationslücken. Andererseits wird die Steuerung weitreichend autonomer Systeme anhand von in Echtzeit verfügbaren Daten ganz neue Expertentätigkeiten schaffen, die steigende Qualifikationsanforderungen und Handlungserfordernisse mit sich bringen werden. Das Personalwesen müsse sich darauf einstellen, sich mit den gestiegenen interdisziplinären Anforderungen mit zu entwickeln und diese, mit Einstellungen strategisch heute schon vorwegzunehmen. Dies könne zum Beispiel gewährleistet werden, indem Fachkräfte an der Schnittstelle zwischen Mechatronik und Informatik gezielt eingestellt würden.

Dr. Stefan Gerlach vom Fraunhofer IAO in Stuttgart berichtete als Leiter des Projektes “KapaflexCy“ über seine angewandte Forschung zu selbstorganisierter Kapazitätsflexibilität in Cyber-Physical-Systems. Da starke und kurzfristige Konjunkturzyklen die Unternehmen mit einer ständig steigenden Volatilität konfrontierten, sollten die Unternehmen ihre aktuellen Flexibilitätsinstrumente überprüfen, so Gerlach. Steigende Variantenanzahl, kürzere Lieferzeiten und das Interesse der Mitarbeiter nach freierer Gestaltung ihres Arbeitsalltags seien zusätzliche Flexibilitätstreiber, die die Personaleinsatzplanung zunehmend erschwerten. Da Beschäftigungssicherheit auf der anderen Seite jedoch absolute Priorität für die Mitarbeiter habe und das Halten wichtigen Know-hows in Krisenzeiten betriebs- und volkswirtschaftlich wünschenswert sei, solle der Einsatz von sehr großen Flexikonten mit Fassungsvermögen von 800 Stunden oder mehr vermehrt diskutiert werden. Diese könnten abhängig von Lebensphasen der Mitarbeiter und Konjunkturzyklen über mehrere Jahre eine harmonische und dennoch flexible Personaleinsatzplanung ermöglichen. Eine konkrete Lösung in diesem Kontext wurde mit dem “Schichtdoodle“ entwickelt. Mithilfe dieser Smartphone-App stimmen Mitarbeitergruppen sich über ihre kurzfristigen Arbeitseinsätze zu einem vorgegebenen Termin eigenverantwortlich ab. Mitarbeiter profitierten laut Gerlach von der transparenten Verteilung von Arbeitsbelastungen, außerdem steige die Motivation durch selbstbestimmte Einsatzzeiten und eine bessere Work-Life-Balance. Unternehmen könnten bei Bedarfsschwankungen schnell reagieren und so unproduktive Arbeitszeiten vermeiden.

Rechtsanwalt Fabian Seus von der VDMA-Rechtsabteilung Frankfurt gab einen Überblick über die gesetzlichen Änderungen im Jahr 2015, wobei der Fokus klar auf den Auswirkungen des Mindestlohngesetzes lag. Eine Nachmittagsveranstaltung zu weiteren gesetzlichen Entwicklungen, insbesondere zu weiteren Regulierungsbestrebungen der großen Koalition, sowie zu aktueller Rechtsprechung findet am 11. Juni 2015, ebenfalls in Denkendorf, statt.

Kontakt:
Thomas Junghanns
Telefon:   +49 711 228 01 13
E-Mail:     thomas.junghanns@vdma.org

Bildquelle : Imageteam | Fotolia

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