Mittelstand gestaltet den digitalen Wandel

Neue Geschäftsmodelle, intelligente Produktionsverfahren und Produkte, Datensicherheit: Mehr als 400 Top-Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik tauschten sich auf Industrie 4.0-Kongress über Umsetzung dieses Megathemas in Düsseldorf aus.

Industrie 4.0 weist den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Die Produktion verzahnt sich mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik und ermöglicht maßgeschneiderte Produkte zeitnah, qualitativ hochwertig und kostengünstig. Immer mehr Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau aus Nordrhein-Westfalen möchten von dieser neuen Stufe der Wertschöpfung profitieren. Doch die Realisierung ist für alle Beteiligten eine komplexe Herausforderung. Angesichts knapper Ressourcen müssen Konzepte, Investitionen und wirtschaftlicher Nutzen genau abgewogen werden.

„Die Vielfalt von Themen und Akteuren im Bereich der Digitalisierung macht deutlich, dass Industrie 4.0 nicht im Alleingang bewältigt werden kann – es sind Kooperationen und Partnerschaften gefragt, um Know-how und Schlagkraft zu bündeln und Wissen zu teilen. Gerade für mittelständische Firmen mit begrenzten Ressourcen ist das Netzwerken sinnvoll, um ihre eigenen Möglichkeiten zu erweitern,“ so Wolf D. Meier-Scheuven, ProduktionNRW-Clustersprecher, anlässlich des Kongresses „Industrie 4.0 – Erfolgreiche Strategien für den Mittelstand in NRW“, der am 28. September 2016 in der Rheinterrasse Düsseldorf stattgefunden hat.

Träger der Veranstaltung ist das vom VDMA NRW durchgeführte Cluster für Maschinenbau und Produktionstechnik, ProduktionNRW, in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Plattform Industrie 4.0.

Industrie 4.0 ist Wachstumstreiber

Der Maschinenbau steht im Zentrum des wirtschaftlichen Innovationssystems. Er integriert neueste Technologien, realisiert diese mittels intelligenter Produktion und transportiert sie in alle Industriezweige. Damit ist der Maschinenbau Enabler bei allen Zukunftsthemen und trägt maßgeblich zur Wertschöpfung in Deutschland bei.

Industrie 4.0 kann zu einem starken Wachstumstreiber für den 42 Milliarden Euro umsatzstarken nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau mit seinen 200.000 Beschäftigten werden. „Der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen hat sehr gute Chancen, seine Position als exzellenter Anbieter von Produkten und Prozessen in der Industrie 4.0 weiter auszubauen. Durch seine beispiellose Unternehmens-, Branchen- und Forschungsvielfalt verfügt NRW über eine hervorragende Ausgangslage, um Digitalland Nummer eins in Deutschland zu werden“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin am Rande des Kongresses.

Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi) hierzu: „Die Digitalisierung ist der Zug, den niemand verpassen darf, will er nicht mittelfristig von der Konkurrenz aus USA oder Fernost komplett überholt werden. Gerade für mittelständische Unternehmen ist die Digitalisierung von Produktionsprozessen aber noch eine der größten unternehmerischen Herausforderungen. Nur wer frühzeitig auf smarte Produktionsprozesse, Plattformen und Dienstleistungen setzt, wird auch in Zukunft auf den nationalen und internationalen Märkten bestehen können. Deshalb unterstützt das BMWi über die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren – eines davon in Dortmund – den Mittelstand auf dem Weg in die digitale Zukunft. Entscheidend ist, dass der Mittelstand die Angebote jetzt annimmt.“

Bei Industrie 4.0 geht es nicht nur um die weitere Digitalisierung der Produktion, sondern auch um einen tiefgreifenden Wandel der Art und Weise, wie entwickelt, gearbeitet, produziert und konsumiert wird. Digitalisierung ist kein kurzfristiges Projekt, sondern erfordert den Willen zur langfristigen Gestaltung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Industrie 4.0. Das fordert nicht nur Unternehmen und ihre Mitarbeiter heraus, auch Wissenschaft und Politik müssen ihre Kapazitäten und Befähigungen ausbauen, wenn dieser Wandel gelingen soll. „Um den Industriestandort Deutschland in die digitale Zukunft zu führen, müssen hohe Anforderungen an Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Qualifizierung, Normen und Standards, Rechts- und Datensicherheit erfüllt werden,“ mahnte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge deshalb an.