Spitzengespräch Maschinenbau mit VDMA, IG Metall und Wirtschaftsministerium

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Um die aktuelle konjukturelle Beruhigung und ihre Chancen und Risiken zu diskutieren, trafen sich am Montag, 25. März 2019, rund 30 Spitzenvertreter und -vertreterinnen aus Wirtschaft, Forschung und Politik im Neuen Schloss in Stuttgart. Das Treffen wurde gemeinsam von VDMA Baden-Württemberg, IG Metall und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau organisiert.

Nach dem starken Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren kühlte sich die Situation am Weltmarkt zuletzt ab. Für 2019 erwartet der VDMA einen leichten Umsatzzuwachs, der allerdings nicht mehr in der Größenordnung der Vorjahre liegt.

Steuerlast zu hoch

Einig war man sich darin, dass nach Jahren des intensiven Wachstums eine Abschwächung der Konjunktur normal ist.  Allerdings gelte es, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, auf diese konjunkturelle Abschwächung vorbereitet zu sein. Die Vertreter der Wirtschaft kritisierten in diesem Zusammenhang die enorme Steuerlast, die auf den mittelständischen Firmen liege. Zum einen seien die Steuersätze zu hoch, zum anderen das deutsche Steuersystem so kompliziert geworden, dass es nahezu nicht mehr beherrschbar sei.

Steuerliche Forschungsförderung nachbessern

Deutschland muss die Zeit nutzen und investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um die Investitionen in Forschung und Entwicklung zu erhöhen, liegt seit Februar ein Entwurf des Finanzministeriums zur steuerlichen Forschungsförderung auf dem Tisch. Wirtschaft und Politik begrüßten dies einhellig, mahnten jedoch zugleich Nachbesserungen bei der Fördersumme und dem Förderzeitraum an.  

Europas Bedeutung als Absatzmarkt nimmt weiter zu

Besonders beschäftigt habe sich die Teilnehmer des Spitzengespräches mit den USA sowie der Volksrepublik China, dem größten und dem zweitgrößten Markt für baden-württembergische Maschinen und Anlagen. Betont wurde in diesem Zusammenhang die Bedeutung Europas als Ankermarkt für deutsche Produkte. Diese nehme in Zeiten globaler Unsicherheiten und protektionistischer Tendenzen weiter zu. Der Brexit dürfe diese herausgehobene Stellung nicht gefährden.

Schulausbildung teilweise unzureichend

Einigkeit herrschte außerdem beim Thema Fachkräftemangel und Ausbildung. Kritisiert wurde die Schulausbildung in Baden-Württemberg, die jungen Menschen die Elementarkenntnisse Lesen, Schreiben und Rechnen teilweise nur noch ungenügend vermittele. Diese Lücken müssten später in den Betrieben geschlossen werden, dabei kämen dann andere Fachthemen zu kurz. Außerdem wurden eine Aufwertung des Hauptschulabschlusses sowie eine bessere Ausstattung der Berufsschulen gefordert.

Wohnungsmarkt klarer Wettbewerbsnachteil

Auch die aktuelle Wohnsituation im Großraum Stuttgart wurde angesprochen. Die Miet- und Immobilienpreise seien derartig gestiegen, dass auch Gutverdiener kaum an Wohnungen und Häuser kämen. Dies stelle einen klaren Standortnachteil für Stuttgart und einen Wettbewerbsnachteil für die hiesige Wirtschaft dar, da Fachkräfte von vorneherein den Standort nicht mehr in Betracht zögen.