Start-ups bieten mehr als eine gute Idee

VDMA

Das Interesse an Start-ups ist hoch. Die Gründe sind zum einen finanzgetrieben, aber auch in einer Chancen- oder Risikoabwägung zu finden.

Der Maschinen- und Anlagenbau hat erkannt, dass in dem Thema Start-up enorme Möglichkeiten, aber auch Risiken, stecken. Aus diesem Grund hat der Vorstand des VDMA Baden-Württemberg wie auch der VDMA in Frankfurt mit seiner Initiative Startup-Machine beschlossen, etablierte Unternehmen an das Thema heranzuführen und zugleich die Start-ups auf die Branche aufmerksam zu machen. Am 14.09.2017 fand nun eine Veranstaltung des Landesverbands zum Thema Start-up-Kultur statt, bei der rund 50 Teilnehmer in einem Co-Working-Space in Stuttgart mit jungen Tech-Unternehmen in Kontakt kamen.

Neue Perspektiven durch andere Innovationskultur

Prozess- und Produktinnovationen von jungen Start-ups können für etablierte Unternehmen hoch interessant sein, um sie für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen. Gerade im Kontext der Digitalisierung kommen viele Innovationen aus der Gründerszene. Dies macht es mehrfach interessant, sich mit ihr auseinanderzusetzten. Denn nicht nur Prozess- oder Produktinnovationen können dadurch identifiziert, sondern auch neue Mitarbeiter aus der IT-Branche gewonnen werden. Durch die neue Innovationskultur kommt eine andere Perspektive im Unternehmen zum Tragen, die das laterale Denken der Mitarbeiter fördern kann. Hinzu kommt, dass agiles und schlankes Arbeiten in einem neu gegründeten Unternehmen meist unabdingbar ist, da die zur Verfügung stehenden Ressourcen sehr begrenzt sind. Bei der Zusammenführung eines etablierten Unternehmens und eines Start-ups ist bei den Kulturunterschieden jedoch besonderes Fingerspitzengefühl erforderlich. Für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten ist es äußerst wichtig, dass beide Unternehmensphilosophien von beiden Seiten verstanden werden.

Nichtbeachten führt zu Risiko

Sich mit dem Thema Start-ups nicht zu befassen, kann auch ein potentielles Risiko für Unternehmen darstellen. Vor allem in Zeiten der Digitalisierung über die komplette Wertschöpfungskette hinweg, ist es möglich, sich mit relativ einfachen Mitteln durch eine Plattform zwischen das produzierende Unternehmen und seine Kunden zu drängen. Der Verlust des wertvollen Kundenkontaktes wäre die Folge, verbunden mit Zusatzgeschäft im After Sales. In der Plattformökonomie steckt dadurch eines der größten Potentiale durch Industrie 4.0.

Ein weiteres Risiko stellen Start-ups dar, die ein exponentielles Wachstum aufweisen und plötzlich als ernstzunehmender Marktbegleiter auftauchen, obwohl sie zuvor in einer anderen Branche gestartet sind. Wichtig ist es somit, Start-ups zu beobachten, deren Geschäftsmodell in den Maschinen- und Anlagenbau übertragbar ist. Ein weiteres Risiko bleibt die Disruption, deren Auswirkungen auf ein Unternehmen nur durch konsequentes Hinterfragen des eigenen Geschäftsmodelles und den Abgleich mit möglichen Trends minimiert werden können.