Potentiale der Sharing Economy im Maschinenbau

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Die Digitalisierung revolutioniert das Teilen von Ressourcen und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Auf einer Veranstaltung diskutierten Unternehmen die Potentiale der Sharing Economy im Maschinenbau.

Die unter dem Schlagwort Sharing Economy zusammengefasste gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen ist eigentlich ein alter Hut. Bereits im vordigitalen Zeitalter war diese Art des Wirtschaftens in Form von Backhäusern oder Maschinenringen etabliert. Neu sind allerdings die sich aus der Digitalisierung ergebenden technologischen Möglichkeiten. Beispielsweise sind Informationen zum Standort, dem Zustand oder der Auslastung einer Ressource in Echtzeit abrufbar. Darüber hinaus wird die Kommunikation zwischen Anbieter und Nachfrager erheblich vereinfacht und räumlich unabhängig. Die Digitalisierung ist somit der Enabler für neue Geschäftsmodelle der Sharing Economy.

Neue Geschäftsmodelle erobern den Markt

Die mit den neuen digitalen Möglichkeiten einhergehenden Geschäftsmodellinnovationen sind eindrucksvoll: AirBnB ist zur am höchsten bewerteten globalen Hotelkette avanciert, ohne ein einziges Hotel zu besitzen und der Mobilitätsdienstleister UBER hat keinen einzigen Taxifahrer auf der Gehaltsliste. Interessant an dieser Entwicklung ist jedoch die Tatsache, dass diese und weitere imposante Beispiele überwiegend im C2C- sowie im B2C-Bereich angesiedelt sind. Hingegen steht die kollaborative Nutzung industrieller Ressourcen im Maschinenbau noch am Anfang.

Eine Ausnahme bilden beispielsweise die Unternehmen klickrent und fabrikado. Während klickrent einen Marktplatz für die Vermietung von Maschinen und Geräten für die Bauwirtschaft anbietet, ermöglicht fabrikado die Verknüpfung von Kundenaufträgen in den Bereichen Laser- und 3D-Druck-Verfahren mit freien Produktionskapazitäten von OEM Herstellern.

Erfahrungsaustausch zu Vor- und Nachteilen der Sharing Economy

Auf einem vom VDMA Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Stuttgart durchgeführten Erfahrungsaustausch stellten beide Unternehmen ihre Geschäftsmodelle vor. Aufbauend auf diesem Input diskutierten die Teilnehmer die Potentiale der Sharing Economy für den Anbieter sowie den Kunden und stellten die zentralen Herausforderungen des Plattformbetreibers zusammen. Aus Sicht eines Anbieters sprechen vor allem die höhere Maschinenauslastung sowie die Chance auf zusätzliche Erträge für die Anwendung von Sharing Konzepten. Für die Kunden einer Sharing Plattform stellen die höhere Flexibilität, der geringere Investitionsbedarf und die schnellere Lieferzeit die am häufigsten genannten Vorteile dar. Kritisch wird für beide Gruppen die potentiell hohe Abhängigkeit vom Plattformanbieter sowie der Verlust der direkten Kunden-Lieferanten-Beziehung gesehen.