Das Nuklearabkommen verdient auch weiterhin Vertrauen

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Das Nuklearabkommen verdient nach Meinung des VDMA trotz des Ausstiegs der USA weiterhin Vertrauen. So lange die EU ihre Sanktionen gegen den Iran nicht wieder aktiviert, ist legales Irangeschäft für die deutsche Wirtschaft weiterhin möglich. „Hierbei wird der VDMA seine Mitglieder weiterhin unterstützen“, sagt der Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, Dr. Dietrich Birk. Die Staatsführung in Teheran müsse nun entscheiden, ob man das Abkommen auch ohne die USA weiter fortsetzt. Im Jahr 2016 hat der baden-württembergische Maschinenbau Waren im Wert von ca. 116 Mio. Euro in den Iran geliefert, im Gesamtjahr 2017 waren es bereits 138 Mio. Euro.

Die iranischen Maschinenkäufe sind – trotz schwierigen Finanzierungsumfeldes – damit deutlicher gestiegen als erwartet. Im Gesamtjahr 2015, dem Jahr, in dem das Abkommen geschlossen wurde, hatte der baden-württembergische Maschinenbau nur Waren im Wert von 67 Mio. Euro exportiert. Das Hauptproblem im Iran-Geschäft ist die Zurückhaltung der Banken in der Finanzierung und Abwicklung von Geschäften. Das Land benötigt Kredite, um wichtige Projekte zu finanzieren. Diese Kredite sind trotz des Abkommens auf dem internationalen Finanzmarkt derzeit jedoch nicht erhältlich, daher muss der Iran seine Aufträge aus Eigenmitteln finanzieren. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg der iranischen Maschineneinkäufe durchaus positiv einzuordnen und zeigt, dass das Nuklearabkommen trotz aller Probleme durchaus erste Erfolge verzeichnen kann. Aufgrund der Aufkündigung des Abkommens durch die USA bleibt der Druck für die deutschen Banken nun jedoch hoch, was für das Iran-Geschäft des deutschen Maschinenbaus belastend sein dürfte.