KurzPosition: Klimawandel eindämmen mit schwarzen Zahlen

dell - Fotolia.com

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau bekennt sich zu den ambitionierten Zielen des Pariser Vertrags. Er sieht sich dafür als Technologielieferant, der Klimaschutz und wirtschaftlichen Erfolg als Einheit betrachtet. Nur so werden sich die Ziele von Paris in praktisches Handeln übersetzen lassen. Für den Klimaschutzplan 2050 müssen die beschlossenen Sektorziele für Energie, Industrie, Mobilität, Gebäude und Landwirtschaft spannungsfrei zusammengeführt werden, um Synergien heben zu können.

Klimaschutz dank Technik

Schon heute liefert der Maschinenbau die Klimaschutztechnologien der Energiewirtschaft, in der Industrie sowie für Mobilität und Gebäude. Technologieneutralität statt Zwangsvorgaben und Diskriminierung führen zu Innovationen und zur Verbreitung der besten Lösungen. Unternehmen brauchen einen verlässlichen politischen Rahmen. Dann lassen sich aus einem ambitionierten Heimatmarkt, ökonomischer Vernunft und technologischen Potenzialen mit „Klimaschutz schwarze Zahlen“ schreiben. Wirtschaftliche Anreize können dabei die erforderlichen immensen Klimaschutzinvestitionen auslösen.

Ganzheitlich umsetzen

Deutschland emittiert 2,4 Prozent der weltweiten Treibhausgase und ist damit auf Platz sechs im Länderranking. Der VDMA steht für einen Ansatz, der Energie- und Materialeffizienz sowie Klimaschutz national und europäisch abstimmt. Denn Klimaschutz kann nicht durch Alleingänge erreicht werden, die zudem die heimische exportorientierte Wirtschaft einseitig benachteiligt. Deutschland muss sich in Europa für Koordination einsetzen. Nur gemeinsam wird Klimaschutz zum Exportmodell.

Saubere Energie

Die Energiewirtschaft ist elementar für die Sektoren Verkehr, Gebäude und Industrie. Eine Sektorkopplung ist also unabdingbar. Der Energiebedarf dieser Sektoren muss Maßstab für den Ausbau erneuerbarer Energien sein. Daneben sind erneuerbare Brennstoffe und die industrielle Eigenstromerzeugung wichtige Optionen. Der Maschinenbau bekennt sich zum europäischen Emissionshandel als das Leitinstrument. Von einem CO2-Preis muss ein starkes Signal mit echter Lenkung ausgehen.

KurzZahl

Wussten Sie, dass 40 Tausend von geschätzt 140 Tausend mittelgroßen Feuerungsanlagen der EU alleine in Deutschland stehen? Sie sind für die Industrie
systemrelevant in der Strom- und Wärmeerzeugung.

Emissionsarme Mobilität

Die Bundesregierung hat bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs im Verkehr auf den Weg gebracht. Die Klimaziele erfordern weitere
Schritte. Dabei darf im Transportsektor, in der Bau- sowie in der Landwirtschaft die direkte Elektrifizierung nicht allein der „Königsweg“ sein. Durch den Einsatz von Brennstoffen aus erneuerbaren Quellen, sind auch andere Antriebssysteme, Verbrennungsmotoren ebenso wie Brennstoffzellen, zukunftsfähig. Dafür brauchen
alle Technologien gleiche Chancen.

Nachhaltige Industrie

Klimaschutz gelingt nur, wenn Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss jede Maßnahme auch wirtschaftlich und technisch tragbar sein. Andernfalls droht eine Zielverfehlung, denn: Deutliche Effizienzsteigerung der Produktion und damit eine breite Ressourcenschonung sind nur dann möglich, wenn Investitionen von Unternehmen in solche Technologien attraktiv sind.

Effiziente Gebäude

Der Gebäudebereich bietet enorme Energieeinsparpotenziale und ist damit ein Schlüsselsektor für den Klimaschutz. Der Erfolg im Gebäudesektor hängt an marktwirtschaftlichen Anreizen und einer unbedingten Technologieoffenheit. Die Einführung einer allgemeinen degressiven Abschreibung und Maßnahmen zum Einsatz
erneuerbarer Energien können die Sanierungsquote im Bestand steigern.

Fazit

Der Pariser Vertrag fordert konkrete Maßnahmen eines klimafreundlichen  Wirtschaftens. Der Klimaschutzplan 2050 bietet nun Leitplanken für Deutschland. Energie-, Wirtschafts- und Umweltpolitik benötigen ein europäisches Gesamtkonzept ohne Zielkonflikte. Der Erfolg des Klimaschutzes ist eng an die wirtschaftliche Umsetzbarkeit gekoppelt. Nur so etablieren sich global übertragbare und  wettbewerbsfähige Lösungen.

Kontakt

Naemi Denz, Leiterin VDMA Technik und Umwelt
Telefon +49 69 6603-1907, E-Mail naemi.denz@vdma.org

Andreas Rade, Geschäftsführer VDMA Hauptstadtbüro
Telefon +49 30 306946-16, E-Mail andreas.rade@vdma.org

Mehr KurzPositionen: www.vdma.org/kurzpositionen

Downloads