Datenaustausch als Basis für Industrie 4.0

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Der Digitalisierung und Vernetzung von wertschöpfenden Systemen und Prozessen wird unter der Überschrift Industrie 4.0 ein großes Effizienzpotenzial zugetraut.

Medienbrüche sollen vermieden werden, eine große Menge verfügbarer Daten bessere Entscheidungen in Echtzeit ermöglichen. Jenseits der Produktion kommen schon Lösungen zum Einsatz, die genau diese Zielrichtung verfolgen: Geschäftsprozesse in Entwicklung sowie in Einkauf und Vertrieb werden bereits heute hochgradig digitalisiert abgewickelt.

Mehr Effizienz im Zahlungsverkehr ist das Ziel von Frank Bohnert bei der SEW-Eurodrive GmbH & Co KG. SEW-Eurodrive unterstützt mit zahlreichen Dienstleistungen der Optimierung von Prozessen seine Kunden. Hierzu zählt auch das elektronische Versenden von Rechnungen. Dabei setzt SEW-Eurodrive unter anderem auf den ZUGFeRD genannten Zentralen User-Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland. Er kombiniert eine strukturierte, lesbare PDF Datei mit einer digital interpretierbaren XML-Datei. Der Rechnungsempfänger kann entweder eine Texterkennungssoftware über die per Mailanhang übermittelte PDF laufen lassen oder die Daten per Schnittstelle direkt in seine Systeme einspeisen. Manuelles Ablegen und Scannen sind nicht mehr nötig; durch den Wegfall der Postlaufzeit steigen außerdem die Chancen auf skontogerechtes Bezahlen. Für Bohnert liegen die Vorteile auf der Hand: „ZUGFeRD bietet unseren Kunden ein ‚Mehr‘ an Prozesseffizienz.“

Moderne Landmaschinen der Claas KGaA mbH sind fahrende Industrie-4.0-Demonstratoren. Thomas Grawe hat bei Claas eine zentrale Datenaustauschplattform implementiert. Jede Datei, vom Patentantrag bis zum CAD-File, kann über diese zentrale Plattform ausgetauscht werden, auch die Einbindung von Lieferanten wird automatisiert gemanagt. Große Datenmengen können nun signifikant schneller an externe Partner übermittelt werden, alle Datenaustauschvorgänge sind nachvollziehbar und unsichere Altsysteme konnten abgeschaltet werden. Die zunehmende Präsenz des Themas Datensicherheit erzeugt laut Grawe eine entscheidende Sogwirkung für die Akzeptanz einer solchen zentralen Softwareplattform.

Eine Erkenntnis, die auch Dr. Seref Erkayhan bestätigen kann. Die Seeburger AG, bei der er das Maschinenbaugeschäft leitet, beschäftigt sich intensiv mit Datenaustauschlösungen für den gesamten Produktlebenszyklus. Dr. Erkayhan zeigte auf, dass alle zurzeit diskutierten Industrie-4.0-Szenarien auf sicherem und integriertem Austausch von Produktdaten basieren. In diesem Kontext sein Industrie 4.0 Datenaustausch par excellence. „Wer die Komplexität im Bereich Datenaustausch und durchgängige Integration in der Wertschöpfungskette meistert, hat einen klaren Wettbewerbsfaktor gegenüber seinen Wettbewerbern“, so Dr. Erkayhan.

Die Komplexität beim Datenaustausch zu meistern bringt klare Wettbewerbsvorteile.