Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen

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Ob die Industrienation Deutschland Industrie 4.0 zum Geschäftsmodell machen kann, hängt nicht nur von den Unternehmen ab. Wichtige Rahmenbedingungen müssen mit Politik und Gesellschaft vereinbart werden.

Auf dem Weg zu Industrie 4.0 steht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau nicht nur vor technologischen Herausforderungen. Auch mit Politik und Gesellschaft müssen wichtige Rahmenbedingungen festgelegt werden. Hohe Anforderungen an Forschung und Entwicklung, Ausbildung und Qualifizierung, Normen und Standards, Rechts- und Datensicherheit müssen erfüllt werden, um den Industriestandort Deutschland in die Zukunft zu führen. Denn: Die internationale Konkurrenz schläft nicht. Weltweit werden die Herausforderungen der digitalen Produktion angegangen und die Spielregeln festgelegt – so zum Beispiel unter dem Titel “Industrial Internet” in den USA oder als “Smart Industry” in den Niederlanden.

Damit Industrie 4.0 eine Erfolgsgeschichte und Deutschland der weltweite Leitmarkt und Leitanbieter wird, müssen die Rahmenbedingungen auch jenseits der deutschen Landesgrenzen stimmen. Wichtig wird hierbei sein, die Vielzahl von EU-Aktivitäten zu koordinieren und das zu schaffen, was der VDMA seit Längerem fordert: einen EU-Binnenmarkt aus einem Guss für die Güter und Dienstleistungen der Industrie 4.0 – seien sie digital, digital erweitert, digital vertrieben oder digital produziert.


KurzPosition Industrie 4.0 und VDMA-10-Punkte-Plan


Politiker brauchen ein tiefes Bewusstsein für die Bedürfnisse und Forderungen der Industrie – nur so kann ein verlässlicher Rahmen geschaffen werden, in dem die deutsche und europäische Wirtschaft stabil wachsen können. Die Positionspapiere des VDMA liefern detaillierte Einblicke und Lösungsansätze, damit die Gesetzgebung nicht den Bezug zur Wirklichkeit in den Unternehmen verliert:

  • Die KurzPosition „Industrie 4.0“ finden Sie hier
  • Der VDMA-10-Punkte-Plan für die Umsetzung von Industrie 4.0 in Europa ist in deutscher und englischer Sprache abrufbar.

 

KurzPosition: Maschinenbau bringt KI in die Realität

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist als hochinnovative Industrie auch bei Künstlicher Intelligenz (KI) ein maßgeblicher und anwendungsorientierter Treiber. Als Lösungsanbieter bringen seine Unternehmen in Maschinen eingebettete KI in industrielle Wertschöpfungsketten und zu einer Vielzahl von Kunden und Branchen – in Deutschland, Europa und weltweit. KI ist ein Teil von Industrie 4.0 mit vernetzter Produktion und intelligenten Produkten.

Die KurzPosition "Künstliche Intelligenz" finden Sie hier



KurzPosition: Industriedaten - Verantwortung und Chancen tarieren

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau liefert intelligente, vernetzte Produktionssysteme, die Industrie 4.0 möglich machen. Im Betrieb der Systeme entstehen wertvolle und hochsensible Industriedaten. Der Austausch dieser Daten ermöglicht neue Geschäftsmodelle, verspricht mehr Produktivität und Effizienz. Gleichzeitig muss der Datenschutz für Arbeitnehmer und Nutzer gewährleistet sein. Für Investitionen sind Rechtssicherheit und Freiraum für Innovationen elementar.     
    
Die KurzPosition "Industriedaten" finden Sie hier                      



KurzPosition: Plattformökonomie bahnt Industrie 4.0 den Weg

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau treibt erfolgreich den digitalen Wandel voran. Digitale Industrieplattformen ermöglichen den Onlinehandel von Investitionsgütern und Diensten sowie den Datenaustausch von Maschine zu Maschine. Damit sind digitale Plattformen ein Schlüssel zur Industrie 4.0. Die Stärke des Maschinenbaus basiert auf seiner anwenderbezogenen Technologiekompetenz.

Die KurzPosition "Plattformökonomie" finden Sie hier

 

VDMA-Diskussionspapier Cybersecurity

Verlässliche Cybersecurity ist Voraussetzung für Industrie 4.0 – sensible Daten und Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen müssen auch im digitalen Zeitalter geschützt sein. Im September 2017 will die EU einen europäischen Rahmen für die IT-Sicherheit vorstellen mit dem Ziel, das Schutzniveau von Produkten und Diensten international vergleichbar zu machen. Auch aus Sicht des Maschinenbaus ist dieser Schritt auf europäischer Ebene notwendig, um einen Flickenteppich aus nationalen Initiativen zu vermeiden. Allerdings warnt der VDMA, dass ein politischer Schnellschuss, beispielsweise durch eine verpflichtende Drittzertifizierung, weder Herstellern noch Anwendern helfen würde.

In einer aktuellen Stellungnahme die EU-Kommission weist der VDMA auf die besonderen Bedürfnisse der Industrie beim Thema Cybersecurity hin. Darin mahnt der Verband, dass Investitionsgüter differenzierter betrachtet werden müssen als Massenprodukte aus dem Verbrauchergeschäft. Ein europäischer Rahmen müsse daher in Zusammenarbeit mit den Unternehmen geschaffen werden. 

Für den Maschinenbau gewinnt das Thema Cybersecurity zunehmend an Bedeutung. Durch die Digitalisierung entstehen neue Risiken durch mehr Akteure, mehr Schnittstellen und mehr Datenaustausch. Betriebsgeheimnisse und Prozessdaten gelangen ins Netz und sind damit potenziell gefährdet.

Das VDMA-Diskussionspapier „Cybersecurity: Integraler Bestandteil eines EU-Binnenmarktes“ finden Sie hier

 

 

Der VDMA in Berlin & Brüssel

Mehr über die politischen VDMA-Aktivitäten finden Sie auf den Seiten des VDMA Hauptstadtbüros Berlin und des VDMA European Office Brüssel