Studie „Predictive Maintenance“ erschienen

VDMA, Roland Berger, DMAG

Predictive Maintenance ist Schlüsselthema im deutschen Maschinenbau, doch erst knapp 40 % der Unternehmen hat bereits entsprechende Technologien und Dienstleistungen im Angebot. Das zeigt die Studie „Predictive Maintenance“ von VDMA und Roland Berger.

"Predictive Maintenance" – die "vorausschauende Wartung" – ist eine der Schlüsselinnovationen von Industrie 4.0. Mithilfe von Predictive Maintenance (PM) ist eine Prognose der Rest-Lebensdauer von Maschinenkomponenten durch kontinuierliche Messung und Auswertung möglich. Kritische Betriebsparameter werden als Entscheidungshilfe für die Festlegung optimaler Wartungs-Zeitpunkte und Betriebszustände erfasst.

Predictive-Maintenance-Technologien werden zu tief greifenden Veränderungen in den Wartungs- und Produktionsstrategien der Kunden und den Service-Geschäftsmodellen der Maschinen- und Anlagenbauer führen. Eine mögliche Konsequenz: Sensorik, Vernetzung und "Rechenpower" könnten zunehmend mit dem Erfahrungswissen der Servicespezialisten in Konkurrenz treten. Ein Einstieg neuer Wettbewerber aus der "digitalen Welt" in das Servicegeschäft der Fertigungsindustrie wird damit wahrscheinlicher.

Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau steht viel auf dem Spiel – er muss konsequenterweise führend in der Definition, Umsetzung und Verbreitung von PM-Lösungen sein. Zahlreiche Ansätze und erste Lösungen existieren bereits, doch noch besteht ein sehr heterogenes Meinungsbild. Um die Diskussion zu versachlichen und einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand von Predictive Maintenance zu geben, hat Roland Berger gemeinsam mit dem VDMA und der Deutschen Messe eine breit angelegte Unternehmensbefragung durchgeführt.
 

Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie

  • Predictive Maintenance ist Schlüsselthema im deutschen Maschinenbau
    PM ist als wichtiger Industrietrend nunmehr eindeutig im deutschen Maschinenbau als Ausrüster-Branche angekommen – 81% der befragten Unternehmen befassen sich bereits intensiv mit diesem Thema.
     
  • Für viele Unternehmen perspektivisch ein derzeit schwierig einschätzbarer Erfolgsfaktor
    Aus der Sicht von knapp 40% der Unternehmen hat die Beherrschung von PM sogar eine besonders hohe Bedeutung für das künftige Geschäft – als Differenzierungshebel und Erfolgsfaktor, nachhaltig Serviceumsätze aufrechtzuerhalten und auszubauen.
     
  • Einheitliche Einschätzungen über die Branchensegmente hinweg
    Trotz gradueller Unterschiede zwischen den einzelnen Branchensegmenten bezüglich Produkt- und Einsatzcharakteristika für PM liefert die Studie keine Hinweise auf signifikante Unterschiede zwischen den Segmenten – Sichtweisen, Entwicklungsstände und Herausforderungen für die Unternehmen sind über die Branchen hinweg grundsätzlich vergleichbar.
     
  • Nur ein Teil der Unternehmen hat bereits konkrete Predictive-Maintenance-Angebote
    Im Hinblick auf die Verfügbarkeit von konkreten PM-"Produkten" ist der Reifegrad in der Maschinenbau-Branche noch sehr unterschiedlich – knapp 40% der befragten Unternehmen bieten zwar bereits entsprechende Technologie und Dienstleistungen an, die Mehrzahl steckt jedoch noch mitten in der PM-Angebotsentwicklung oder ist sogar noch untätig.


Die Studie „Predictive Maintenance – Service der Zukunft – und wo er wirklich steht“ ist kostenfrei als Download in Deutsch und Englisch erhältlich.

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