Industrie 4.0 Projekt Bayern

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Die Investitionsgüterindustrie steht durch Digitalisierung und Industrie 4.0 seit deren offiziellen Start im Jahr 2011, noch immer vor einer großen Herausforderung, aber auch mehr und klarer als jemals zuvor, vor einer einzigartigen Gelegenheit neue Geschäftsfelder aufzubauen und Umsätze zu schaffen.

Mittelständler auf ihrem Weg der digitalen Transformation zu begleiten und zu unterstützen – das ist das Ziel des am 25.7.2019 gestarteten Projekts „Industrie 4.0 – Daten basierter Wandel im Mittelstand“ des VDMA Bayern. Das Projekt wird vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert und konzentriert sich auf die Themenbereiche Künstliche Intelligenz und Arbeitswelt 4.0. Ein besonderer Fokus wird auf die Regionen Bayerns gelegt. Dort sollen Netzwerke entstehen, die die Leistungsfähigkeit der Regionen stärken indem sie mittelständische Unternehmen dabei unterstützen, Vorreiter bei der Künstlichen Intelligenz zu werden. Zu diesem Anlass diskutierten auf der Auftaktveranstaltung hochkarätige Referenten, wie der Mittelstand Künstliche Intelligenz nutzen kann, wie sich die Digitalisierung auf Mitarbeiter auswirkt, und welche Chancen diese neuen Technologien eröffnen.

Industrie 4.0 hat für die bayerische Investitionsgüterindustrie eine große Bedeutung. Gerade bei der technologiebezogenen Anwendung von Künstlicher Intelligenz kann das Land seine Vorreiterrolle ausspielen. „Bei der Fülle dieser Themen und Technologien darf aber eins nicht vergessen werden: Nach wie vor steht der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung.“, sagte Claudia Haimer, Vorsitzende des Vorstands des VDMA Bayern, bei der Auftaktveranstaltung.

Daher müsse gerade die Investitionsgüterindustrie die Digitalisierung aktiv selbst gestalten, so Professorin Sabine Pfeiffer (Lehrstuhl für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg). KI müsse im jeweiligen Kontext des Unternehmens gesehen werden. Um dies erfolgreich und individuell für das jeweilige Unternehmen umzusetzen, müssen die Mitarbeiter direkt an der Entwicklung partizipieren. Besonders im Maschinenbau ist die Belegschaft innovationsaffin, daher dürfen Mitarbeiter bei Digitalisierungsprozessen nicht als Hindernis gesehen werden.

Zu oft werde Künstliche Intelligenz als Trend und ohne den Kontext des Unternehmens einzubeziehen implementiert. Es gehe aber viel mehr darum KI als Werkzeug wahrzunehmen, um ein bestehendes Produkt zu verbessern. Hierzu bedarf es nicht nur KI-Forscher und Data Scientists, sondern vor allem Experten aus den Sachgebieten. Die Anforderungen für Maschinenbauer an die Digitalisierung sind andere, als für IT-Firmen die stark endkundenbezogen arbeiten.

Neben dem zielgerichteteren Einsatz von KI müsse die deutsche Industrie vor allem ihre technischen Erfolge besser kommunizieren, führte Peter Seeberg (asimovero.io) aus. Weder das selbstfahrende Auto noch der Algorithmus zur Spracherkennung sei in den USA erfunden worden, sondern vor mehr als 20 Jahren in Deutschland. Immer wieder ist es die deutsche Industrie, die pionierhaft Innovationen entwickelt. Diese technologische Kompetenz müsse deutlich offensiver kommuniziert werden.

Das Projekt „Industrie 4.0 – Daten basierter Wandel im Mittelstand“ will die Digitalisierung in Bayern gestalten. Im Zentrum steht Künstliche Intelligenz und die Arbeitswelt 4.0, die von fachkundigen Gestaltern der Digitalisierung lebt. Die vorhandene Kompetenz in den Regionen Bayerns soll regional gestärkt und vernetzt werden. Regionale Partner werden in den Netzwerken Best-Practise Beispiele vorstellen. Um auch kleinen und mittleren Betrieben Zugriff auf die benötigten Informationen und Ressourcen zu geben, erfolgt im ersten Halbjahr 2020 die Veröffentlichung eines Leitfadens mit konkreten Umsetzungshilfen für Künstliche Intelligenz im Mittelstand.
 

Weitere Informationen zum Projekt Industrie 4.0 Bayern

Laufend aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie unter bayern.vdma.org/projekt 
oder in unserer LinkedIn-Gruppe Industrie 4.0 Bayern – Mia san I4.0 https://www.linkedin.com/groups/13535491/


Kontakt
Michael Schalk
Projektmanager Industrie 4.0
Telefon +49 89 27 82 87 61
E-Mail michael.schalk@vdma.org