Der VDMA trauert um seinen früheren Präsidenten Professor Berthold Leibinger

TRUMPF

In tiefer Trauer verabschieden sich der VDMA und seine Mitglieder von Professor Dr. techn. Dr.-Ing. E.h. Berthold Leibinger, der am 16. Oktober im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Professor Leibinger, langjähriger Eigentümer des Ditzinger Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, wurde im Oktober 1989 zum VDMA-Präsidenten gewählt. In den drei Jahren seiner Amtszeit wurde er zu einem der prägendsten Repräsentanten des deutschen Maschinenbaus und des industriellen Mittelstands. So fiel die deutsche Wiedervereinigung in seine Amtszeit. Berthold Leibinger widmete sich mit aller Kraft und seinem immensen unternehmerischen Sachverstand der Integration und dem Neubeginn der ostdeutschen Maschinenbauindustrie. Er kämpfte sowohl in den berühmten „Kanzlerrunden“, als auch im Verwaltungsrat der Treuhand darum, die Lage der Betriebe in den neuen Ländern realistisch einzuschätzen und ihnen den Weg zu einer wettbewerbsfähigen Struktur zu ebnen. Zusammen mit dem VDMA etablierte Professor Leibinger rasch nach der Wende die wichtigen Maschinenbautage und eröffnete Informationsbüros und Landesgruppen in Ostdeutschland. Ebenso wichtig war dem gebürtigen Stuttgarter aber auch, dem deutschen Maschinenbau den Weg nach Asien zu bahnen und sich aus der Bequemlichkeit des europäischen Marktes zu befreien. Technische Spitzenpositionen können nur verteidigt werden, wenn man sich mit anderen technologisch führenden Ländern im Wettbewerb auseinandersetzt, lautetet sein Credo. Und dazu war ein verstärktes Asien-Engagement des Maschinenbaus unumgänglich. So trieb Professor Leibinger unter anderem die Gründung Deutscher Häuser in vielen Ländern Asiens mit voran, in denen sich insbesondere VDMA-Mitglieder rasch und zahlreich einfanden.

Der Maschinenbau in Deutschland hat mit Berthold Leibinger nicht nur einen herausragenden Unternehmer mit Vorbildcharakter verloren, der einst als Lehrling bei Trumpf anfing und die Firma mit seinen bahnbrechenden Entwicklungen in der Lasertechnik zu einer weltweit führenden und erfolgreichen Gruppe machte. Professor Berthold Leibinger war auch ein VDMA-Präsident, der dieses Amt mit ganzem Herzen annahm, weil es ihn mit Stolz erfüllte. „Für einen leidenschaftlichen Maschinenbauer wie mich war diese Präsidentschaft die Krönung der beruflichen Laufbahn“, schrieb er in seiner Autobiografie. In Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste um den deutschen Maschinen- und Anlagenbau wurde Berthold Leibinger im Jahr 2001 die Bernhard-Weiss-Plakette verliehen. Der VDMA wird Professor Berthold Leibinger stets in Ehren halten und sich auch künftig den Satz zum Vorbild nehmen, den er am Schluss seiner Rede zum 100. Geburtstag des VDMA in damals schwierigen Zeiten sprach: „Optimismus ist Pflicht!“