Vorstand diskutiert mit Dr. Susanne Eisenmann

VDMA

Welche Bildung braucht das Land? Zu dieser Frage hatte der VDMA Baden-Württemberg am 16. Januar 2019 Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, zur Vorstandssitzung bei der Firma Balluff in Neuhausen eingeladen.

Sie benannte zunächst zahlreiche Probleme, vor der die baden-württembergische Bildungspolitik derzeit steht. So habe Baden-Württemberg ein grundsätzliches Qualitätsproblem in der Bildung. Die Startgrundlagen der Schülerinnen und Schüler seien schon immer sehr unterschiedlich gewesen, mittlerweile gehe die Schere aber zu weit auseinander. Grund sei oftmals die fehlende Basis aus dem Elternhaus. 37 Prozent aller Kinder im Alter von 4 Jahren hätten erhebliche sprachliche Defizite. Trotz zahlreicher Förderangebote im Kleinkindbereich blieben viele Eltern untätig. Die heterogene Schülerschaft verlange nach einem Spagat zwischen Unterstützungsbedarfen aller Art und einer gezielten Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler – und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem rund 500 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer im Land vakant seien.

Die Kultusminsterin räumte zudem ein, dass die Schule in Bezug auf die Digitalisierung großen Nachholbedarf habe. Mit der Bereitstellung von einer Milliarde Euro bis zum Ende der Legislaturperiode für Digitalisierungsprojekte in allen Lebensbereichen werde jedoch gegengesteuert.

Der Vorstand des VDMA Baden-Württemberg regte an, die Lehrerausbildung mehr mit der Praxis zu verzahnen. Hier sei bei dem Interesse der Lehrerinnen und Lehrer an praktischen Themen und Unternehmensbesuchen deutlich Luft nach oben festzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der Einführung der Fächer Wirtschaft und Informatik an allen weiterführenden Schulen sei jedoch genau an dieser Stelle Handlungsbedarf.