Technikunterricht an Schulen: Baden-Württemberg ganz vorne!

shutterstock

Technikwissen ist heute ein fundamentaler Bestandteil der Allgemeinbildung. Doch eine bundesweite Analyse der Lehrpläne an allgemeinbildenden Schulen zeigt, dass Technikbildung kaum eine Rolle spielt. Baden-Württemberg sticht positiv heraus, wenn auch mit kleinen Wermutstropfen.

Technikwissen ist heute ein fundamentaler Bestandteil der Allgemeinbildung. Doch genau dieses Wissen fehlt vielen Schülerinnen und Schülern in der Bundesrepublik. Eine umfangreiche Analyse der Lehrpläne an allgemeinbildenden Schulen, die der VDMA bundesweit durchgeführt hat, ergibt: Baden-Württemberg zeigt, wie es gehen kann!

Bundesweit ist Technik im Unterricht deutlich unterrepräsentiert

Bundesweit zeichnet die Untersuchung ein insgesamt unbefriedigendes Bild für die Techniknation Deutschland. Technische Bildung (das T in MINT) ist im allgemeinbildenden Schulsystem deutlich unterrepräsentiert. Die überwiegende Mehrheit der jungen Leute kann die Schule abschließen, ohne je mit Technikbildung in Berührung gekommen zu sein. Das muss verwundern: „Deutschlands Wohlstand basiert auf einer starken Industrie, wie dem Maschinen- und Anlagenbau, und ihren technischen Innovationen. Die Digitalisierung wird den technischen Fortschritt weiter beschleunigen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht akzeptabel, dass technische Bildung in den meisten Schulen unserer Techniknation nur ein Nischendasein führt. Wir brauchen ein verpflichtendes Schulfach Technik in allen Schulformen“, kommentiert Harmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA die bundesweiten Ergebnisse.

Bundesländer im Vergleich: Baden-Württemberg ist Spitzenreiter!

In der VDMA Untersuchung erreicht Baden-Württemberg mit 87.9 von 100 Punkten den Spitzenplatz vor Sachsen-Anhalt (86.5). Besonders positiv ist das eigenständige Wahlpflichtfach Technik an Hauptschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen. In den fünften und sechsten Klassen bieten zudem alle Schulformen das technikorientierte Fach „Biologie, Naturphänomene und Technik“ an. Im Wahlpflichtbereich kommt das Profilfach „Naturwissenschaft und Technik“ dazu, mit einem sehr umfangreichen und praxisorientierten Technikanteil. Leider fehlt an Gymnasien ein eigenes Fach Technik, und auch das technikorientierte Fach gibt es nur bis zur Oberstufe. Dafür sticht die Berufsorientierung in ganz Baden-Württemberg positiv hervor, insbesondere durch die Leitperspektive „Berufliche Orientierung“ und das neue Fach „Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung“.

„Baden-Württemberg ist Technik-Land Nr. 1, deshalb freuen wir uns sehr über den Spitzenplatz“, kommentiert Dr. Dietrich Birk, Geschäftsführer VDMA Baden-Württemberg, die Untersuchungsergebnisse. „Es ist ein Wermutstropfen, dass an den Gymnasien das Fach Technik nicht bis zum Abitur verankert ist. Hier geht unseren Betrieben Nachwuchspotential für Studium und Ausbildung verloren.“

Neben der Technikbildung an Gymnasien hat Baden-Württemberg beim Thema Interdisziplinarität Luft nach oben. Insbesondere die Zusammenarbeit der Fächer Mathematik, Technik und der naturwissenschaftlichen Fächer könnte noch weiter intensiviert werden. Schülerinnen und Schüler, die einen praktischen Anwendungsbezug zu mathematischen Problemstellungen herstellen können, sind motivierter beim Rechnen. Sie verstehen, wozu man Mathe gebrauchen kann.

Vertiefende und weiterführende Themen hat der VDMA auf dieser Seite für Sie zusammengestellt: https://bildung.vdma.org/technikunterricht