Finanzierungstag 2019: Wie stellt sich der Maschinenbau in rauen Zeiten auf?

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Über 180 Unternehmens- und Bankenvertreter haben den Finanzierungstag des VDMA Baden-Württemberg in Fellbach in diesem Jahr genutzt, um sich zur konjunkturellen Entwicklung und aktuellen Herausforderungen des Maschinenbaus auszutauschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 24. Oktober 2019 standen die Rolle des Maschinenbaus in den wichtigsten internationalen Exportmärkten sowie Digitalisierungsstrategien der Unternehmen.

Konjunkturelle Lage und Exportmärkte

Der deutsche Maschinenbau befindet sich derzeit in einem klassischen zyklischen Abschwung, der durch erhebliche politische Unsicherheiten wie dem Handelskonflikt USA-China verstärkt wird. Hinzu kommt der Technologiewandel in der wichtigsten Abnehmerbranche Automobilindustrie. In der Folge verfehlte die Produktion im Maschinenbau in den ersten acht Monaten dieses Jahres ihr Vorjahresniveau um 1,6 Prozent. “Notwendig wäre eine nachhaltig positive Entwicklung der Rahmenbedingungen - zum Beispiel bei der Handelspolitik – , um die weltweite Investitionsneigung zu befeuern”, sagte Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA, zu Beginn der Veranstaltung.

Ulrich Ackermann, Abteilungsleiter Außenwirtschaft des VDMA, ging in seinem Vortrag auf die Zunahme der Handelshemmnisse ein. Demnach gab es 2018 über 1.300 neue Handelshemmnisse weltweit. Die Hauptprobleme verursachten dabei nicht Zölle, sondern direkte Subventionen und Kontingente. Nach VDMA-Schätzung gehen derzeit 35 Prozent der Exporte des deutschen Maschinenbaus in Länder mit protektionistischen Tendenzen. Auf dieser Grundlage ergäben sich neue politische Herausforderungen, schloss Ackermann: “Aktive Wirtschaftspolitik muss Reformen der EU vorantreiben, den Wirtschaftsstandort Deutschland und EU stärken und vor allem nach außen geschlossen auftreten.

Unternehmensstrategien zur Digitalisierung

Der zweite Teil der Veranstaltung war erfolgreichen unternehmerischen Digitalisierungsstrategien gewidmet.

Unter dem Motto “Mut zum Wandel” gab Dr.-Ing. Mathias Kammüller, Geschäftsführender Gesellschafter und CDO TRUMPF Gruppe sowie Vorsitzender des VDMA Baden-Württemberg, Einblick in den Stand der digitalen Transformation des Unternehmens. So wurden bis jetzt mehr als 1300 Führungskräfte geschult, 200 Projekte zur digitalen Transformation sind in der Umsetzung. Erfolgskritisch sei dabei die Einführung neuer Rollen wie des CDO auf Geschäftsführerebene sowie der Digital Transformation Officers (DTO) auch in den Geschäftsbereichen, so Dr. Kammüller.

Auch die Heidelberger Druckmaschinen AG entwickelt sich zunehmend in Richtung Digitalisierung. Big Data bilde dabei die Grundlage für erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle, so CEO Rainer Hundsdörfer. Eine Herausforderung dabei sei das Thema Finanzierung mit den entsprechenden Investitionen in den Ausbau der Technologieführerschaft oder dem Hochlauf digitaler Geschäftsmodelle.

Der Finanzierungstag fand in diesem Jahr zum 17. Mal statt. Er dient traditionell dazu, aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen des Maschinenbaus aufzuzeigen und den Kontakt zwischen  Unternehmen, Banken und weiteren Finanzpartnern – gerade auch in konjunkturell schwierigen Zeiten - zu vertiefen.